 ##  [Hick–Hyman-Gesetz](/de/node/70827) 

 Definition

Eine empirische Beziehung in der menschlichen Informationsverarbeitung, die besagt, dass die Reaktionszeit für eine Wahl ungefähr mit dem Logarithmus der Anzahl gleich wahrscheinlicher Alternativen zunimmt; üblich ausgedrückt als T = a + b log2(n + 1), wobei T die Entscheidungszeit, n die Anzahl der Optionen und a,b empirische Konstanten sind.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Entscheidungslatenz wächst mit der Informationsmenge (in Bits), die zur Auswahl zwischen Alternativen erforderlich ist; das Verdoppeln der effektiven Auswahlinformation erhöht die Zeit um einen konstanten Betrag, bestimmt durch b, und verbindet informationstheoretische Entropie mit Reaktionszeit in einfachen Wahlaufgaben.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario → Ein Nutzer wählt ein Symbol aus Menüs mit 2, 4, 8 und 16 gleich wahrscheinlichen Einträgen. Erkennen → Gemessene Reaktionszeiten steigen annähernd linear, wenn sie gegen log2(n+1) aufgetragen werden. Handlung → T = a + b log2(n+1) an Daten anpassen, um a und b zu schätzen. Folge → Die Beziehung sagt voraus, dass eine Verbreiterung des Menüs die mittlere Auswahlzeit ungefähr logarithmisch erhöht und damit die Gruppierung oder hierarchische Gestaltung von Menüs beeinflusst.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Gesetzmäßigkeit anzuwenden, ohne Stimulus‑Response‑Kompatibilität, ungleiche Wahrscheinlichkeiten, Lerneffekte oder visuelle Such‑/motorische Anforderungen zu berücksichtigen; oder zu glauben, a und b seien universell über Geräte, Populationen oder Aufgaben hinweg.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Geeignet angewendet quantifiziert Hick den Kompromiss zwischen Anzahl der Optionen und Entscheidungslatenz und leitet Vereinfachung und Hierarchisierung von Interfaces her; falsche Anwendung kann dazu führen, Verzögerungen fälschlich der Optionsanzahl zuzuschreiben statt wahrnehmungs‑, kognitiven oder motorischen Faktoren.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Wenn Entscheidungen durch Übung automatisiert sind, Optionen unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten besitzen oder perzeptive Suche dominiert, bricht die logarithmische Beziehung zusammen und die Entscheidungszeit lässt sich besser durch Entropie (T = a + bH) oder durch Modelle mit Such‑ und Motorikkomponenten vorhersagen.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Klar innerhalb: ein laborbasiertes Wahlreaktions‑Experiment mit diskreten, gleich wahrscheinlichen Antworten und minimaler perzeptiver Suche. Randfall: ein Menü mit visuell ähnlichen Einträgen, die sich in Salienz oder Wahrscheinlichkeit unterscheiden. Klar außerhalb: kontinuierliche Entscheidungsaufgaben, visuelle Suchaufgaben, die vom Scannen dominieren, oder Aufgaben, bei denen die motorische Ausführungszeit dominiert.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Hick’sches Gesetz ↔ Fitts’s Gesetz — Hick adressiert kognitive Wahlzeit als Funktion der Alternativen; Fitts adressiert motorische Bewegungszeit als Funktion von Distanz und Zielgröße; in interaktiven Aufgaben sind beide Modelle oft zu kombinieren.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Hick liefert eine informationstheoretische Basiserwartung für Wahllatenz in einfachen Aufgaben; zur Vorhersage realer Interface‑Performance müssen jedoch Wahrnehmungs‑, Motorik‑ und Lernfaktoren ergänzt werden.