 ##  [Stratigraphische Mächtigkeit](/de/node/71043) 

 Definition

Die vertikale Distanz, gemessen vom Sockel bis zur Oberkante einer stratigraphischen Einheit oder Schicht, ausgedrückt in Längeneinheiten und bezogen auf ein angegebenes lokales Vertikaldatum; sie erfasst das gegenwärtige vertikale Ausmaß der Schicht an der Messstelle.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die gemessene Mächtigkeit bestimmt zusammen mit Planmaßen den Beitrag der Einheit zum abgelagerten Volumen; da die Mächtigkeit räumlich variieren kann, sind repräsentative Stichproben oder Integrationsverfahren für Volumenschätzungen erforderlich.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Szenario — Situation: In einem Schnitt ist die Oberkante von Schicht A 0,30 m unter dem Geländedatum und die Basis 1,20 m unter dem Datum. Erkennen: Die Ausgräberin identifiziert eine kohärente Schicht zwischen diesen Flächen. Handlung: Mächtigkeit = Basis‑Tiefe − Ober‑Tiefe = 1,20 m − 0,30 m = 0,90 m. Folge: Dieser Wert fließt in die Volumenberechnung von Schicht A ein, wenn er mit der Planfläche multipliziert oder in ein 3D‑Modell integriert wird.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Eine Einzelmessung als uniformen Mächtigkeitswert über die gesamte Fläche anzunehmen; dies ignoriert laterale Variation und führt zu Volumenfehlern.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Eine falsche Mächtigkeitsangabe verursacht proportionale Fehler bei Volumina, Artefaktdichten und Deutungen zu Ablagerungsraten oder -abfolgen; folglich sind Sampling‑Strategie und Datum explizit zu dokumentieren.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Bei geneigten, gefalteten oder lateral beschnittenen Schichten weicht die vertikale Mächtigkeit (parallel zur lokalen Vertikalen gemessen) von der geologischen ‚wahren Mächtigkeit‘ (senkrecht zur Schichtung) ab; dann repräsentiert die vertikale Messung möglicherweise nicht die ursprüngliche Ablagerungsmächtigkeit.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: eine horizontal gelagerte Nutzungsauflage mit konsistenten Ober‑ und Unterseiten im Schnitt. Grenzfall: eine unregelmäßige Linse, deren Ober‑ und Unterseite sich rasch verjüngen. Eindeutig außerhalb: eine einzelne Höhenmessung (Datum) oder die Tiefe eines isolierten Fundes ohne Bezug zu einer definierten stratigraphischen Einheit.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Praktische vertikale Messung (archäologische Konvention, Einfachheit) ↔ geologische Genauigkeit der wahren Mächtigkeit bei struktureller Deformation.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Stratigraphische Mächtigkeit ist eine datum‑abhängige operationale Messgröße, deren interpretativer Wert explizite Angabe des Referenzsystems, eine dokumentierte Probenstrategie und die Berücksichtigung lateral‑variabler und post‑depositionaler Veränderung voraussetzt.