Definition
Eine empirische Beziehung in der menschlichen Informationsverarbeitung, die besagt, dass die Reaktionszeit für eine Wahl ungefähr mit dem Logarithmus der Anzahl gleich wahrscheinlicher Alternativen zunimmt; üblich ausgedrückt als T = a + b log2(n + 1), wobei T die Entscheidungszeit, n die Anzahl der Optionen und a,b empirische Konstanten sind.

Prinzip

Prinzip
Die Entscheidungslatenz wächst mit der Informationsmenge (in Bits), die zur Auswahl zwischen Alternativen erforderlich ist; das Verdoppeln der effektiven Auswahlinformation erhöht die Zeit um einen konstanten Betrag, bestimmt durch b, und verbindet informationstheoretische Entropie mit Reaktionszeit in einfachen Wahlaufgaben.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Szenario → Ein Nutzer wählt ein Symbol aus Menüs mit 2, 4, 8 und 16 gleich wahrscheinlichen Einträgen. Erkennen → Gemessene Reaktionszeiten steigen annähernd linear, wenn sie gegen log2(n+1) aufgetragen werden. Handlung → T = a + b log2(n+1) an Daten anpassen, um a und b zu schätzen. Folge → Die Beziehung sagt voraus, dass eine Verbreiterung des Menüs die mittlere Auswahlzeit ungefähr logarithmisch erhöht und damit die Gruppierung oder hierarchische Gestaltung von Menüs beeinflusst.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Gesetzmäßigkeit anzuwenden, ohne Stimulus‑Response‑Kompatibilität, ungleiche Wahrscheinlichkeiten, Lerneffekte oder visuelle Such‑/motorische Anforderungen zu berücksichtigen; oder zu glauben, a und b seien universell über Geräte, Populationen oder Aufgaben hinweg.

Konsequenz

Konsequenz
Geeignet angewendet quantifiziert Hick den Kompromiss zwischen Anzahl der Optionen und Entscheidungslatenz und leitet Vereinfachung und Hierarchisierung von Interfaces her; falsche Anwendung kann dazu führen, Verzögerungen fälschlich der Optionsanzahl zuzuschreiben statt wahrnehmungs‑, kognitiven oder motorischen Faktoren.

Umkehrung

Umkehrung
Wenn Entscheidungen durch Übung automatisiert sind, Optionen unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten besitzen oder perzeptive Suche dominiert, bricht die logarithmische Beziehung zusammen und die Entscheidungszeit lässt sich besser durch Entropie (T = a + bH) oder durch Modelle mit Such‑ und Motorikkomponenten vorhersagen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Klar innerhalb: ein laborbasiertes Wahlreaktions‑Experiment mit diskreten, gleich wahrscheinlichen Antworten und minimaler perzeptiver Suche. Randfall: ein Menü mit visuell ähnlichen Einträgen, die sich in Salienz oder Wahrscheinlichkeit unterscheiden. Klar außerhalb: kontinuierliche Entscheidungsaufgaben, visuelle Suchaufgaben, die vom Scannen dominieren, oder Aufgaben, bei denen die motorische Ausführungszeit dominiert.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Hick’sches Gesetz ↔ Fitts’s Gesetz — Hick adressiert kognitive Wahlzeit als Funktion der Alternativen; Fitts adressiert motorische Bewegungszeit als Funktion von Distanz und Zielgröße; in interaktiven Aufgaben sind beide Modelle oft zu kombinieren.

Synthese

Synthese
Hick liefert eine informationstheoretische Basiserwartung für Wahllatenz in einfachen Aufgaben; zur Vorhersage realer Interface‑Performance müssen jedoch Wahrnehmungs‑, Motorik‑ und Lernfaktoren ergänzt werden.